6 2 0 2 S U M E C O D Methodenko(cid:31)fer Graduierungsmodell Hospitationen Kann-Listen Feedbackstunden Coachinggespräche Selbstlernphasen Kompetenzraster Lernzielübersichten Fachgespräche Logbuch Individuelle Lernphasen Kompetenzen Kooperative Lernphasen Selbstorganisierter Unterricht Lernfortschritt Lernkultur Lernplattformen VOM KONZEPT IN DEN SCHULALLTAG EIN JAHR SELBST ORGANISIERTES LERNEN reflexion und Verantwortung für den eigenen Lern- prozess. Der Methodenkoffer begleitet diesen Aufbau und bündelt konkrete Werkzeuge und Strategien, die einheiten erhalten die Lernenden Übersichten über an- gestrebte Lernziele und Kompetenzen. Anschließend wechseln sich individuelle, kooperative und kollektive im Unterricht angewendet und erprobt werden. Kom- Lernphasen ab, in denen Lerninhalte eigenständig er- lerorts bereits feste Strukturen, neue Lernformate und realistisch einzuschätzen. „Ziel ist es, Lernen nicht nur als petenzraster machen Lernziele transparent, während Kann-Listen dabei unterstützen, den eigenen Lernstand Aufnahme von Wissen zu verstehen, sondern als aktiven, eigenverantwortlichen Prozess“, erklärt Sandra Stein- furth, Direktorin des Campus Blumberg. Als im vergangenen Jahr in unserem Jahresspiegel erst- mals ausführlich über die Einführung des Selbstorgani- sierten Lernens (SOL) berichtet wurde, stand vor allem die Frage im Mittelpunkt, wie Lernen an den Docemus- Standorten künftig gestaltet werden kann. Ein Jahr spä- ter zeigt sich: Aus ersten Konzepten und Ideen sind vie- veränderte Rollen im Schulalltag entstanden. Dabei geht es nicht darum, Unterricht vollständig neu zu erfinden oder klassische Lernformen grundsätzlich abzulösen. Vielmehr entwickelt sich an allen Standor- ten Schritt für Schritt eine Lernkultur, in der Schülerin- nen und Schüler zunehmend Verantwortung für ihren eigenen Lernprozess übernehmen. Sie strukturieren Arbeitsprozesse, formulieren Ziele und reflektieren ih- ren Lernstand eigenständig. Gleichzeitig verändert sich auch die Rolle der Lehrkräfte: Sie begleiten Lernprozesse stärker als Lerncoaches, geben Orientierung und schaf- fen verlässliche Rahmenbedingungen. „Selbstorganisiertes Lernen bedeutet nicht, dass Schüle- rinnen und Schüler allein gelassen werden“, betont COO Torsten Gärtner. „Es geht vielmehr darum, sie schrittwei- se in die Lage zu versetzen, Verantwortung für ihr Lernen zu übernehmen und dabei gleichzeitig eng begleitet zu werden.“ Unterschiedliche Wege an den Standorten Die Entwicklung verläuft dabei an jedem Standort unter- schiedlich und ist angepasst an die jeweiligen Vorausset- N E S S I L U K N E D R E T N I H 10 arbeitet werden. Regelmäßige Feedbackstunden helfen dabei, den erreichten Wissensstand zu reflektieren und Lernprozesse weiterzuentwickeln. „Selbstständiges Lernen gelingt nur, wenn wir auch die Rolle der Lehrkraft neu denken; weg vom reinen Wis- sensvermittler hin zum Lerncoach, der begleitet, stärkt und Orientierung bietet. Auch wir als Schule befinden uns in einem Lernprozess. Unsere Lehrer erproben neue Unterrichtsmethoden und -formen, justieren nach und entwickeln sich gemeinsam mit den Schülern weiter. Ent- scheidend sind für uns dabei Hospitationen, ein offener kollegialer Austausch, eine gelebte Feedbackkultur so- wie externe Begleitung, die uns konstruktiv unterstützt“, beschreibt Direktor Frank Kurbjuhn die Weiterentwick- lung des Unterrichtskonzepts am Campus. Lernen weiterentwickeln und Zusammenarbeit. An mehreren Standorten entste- hen flexible Lernbereiche mit unterschiedlichen Arbeits- möglichkeiten für konzentriertes Arbeiten, Austausch und Kooperation. Parallel dazu wird die digitale Infra- struktur weiter ausgebaut. Plattformen wie Microsoft Teams unterstützen die Organisation von Lernprozessen und die transparente Strukturierung von Aufgaben. Hospitationen, Fachgespräche und gemeinsame Ent- wicklungsformate schaffen zusätzlich Raum, um Er- fahrungen zu teilen und Unterricht gemeinsam weiter- zuentwickeln. Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass viele Schülerinnen und Schüler die neuen Freiräume Schüler beim Selbstorganisierten Lernen Auch am Campus Grünheide wurde das Selbstorganisier- nur Unterrichtsformen, sondern auch Lernumgebungen Mit dem Selbstorganisierten Lernen verändern sich nicht te Lernen zu Beginn des Schuljahres in der Sekundarstu- fe II eingeführt. Das Logbuch unterstützt dort die Pla- nung, Reflexion und Dokumentation des individuellen Lernfortschritts. Ergänzt wird dies durch regelmäßige Coachinggespräche sowie ein Graduierungsmodell mit verschiedenen Entwicklungsstufen, das Orientie- rung auf dem Weg zu mehr Selbstorganisation bietet. „Selbstständig zu arbeiten bedeutet nicht, alles allein be- zungen, Altersstufen und pädagogischen Schwerpunkte. wältigen zu müssen. Entscheidend ist, dass Schülerinnen Während einige Klassen bereits sehr eigenständig arbei- ten, benötigen andere noch stärkere Anleitung und kla- rere Strukturen. Gerade diese Unterschiedlichkeit zeigt, dass SOL ein langfristiger Entwicklungsprozess ist, der und Schüler lernen, Verantwortung zu übernehmen und dabei verlässliche Begleitung erfahren“, sagt Petra Katz, Direktorin des Campus Grünheide. sich kontinuierlich weiterentwickelt. Der Campus Neu Zittau startete im vergangenen Schul- zunehmend nutzen und Verantwortung für ihren Lern- jahr mit allen Jahrgängen in den selbstorganisierten fortschritt übernehmen. Gleichzeitig wird sichtbar, dass Am Campus Blumberg wurde das Konzept im Schuljahr Unterricht. Je nach Lern- und Altersstand werden die Selbstorganisiertes Lernen geübt und begleitet werden 2025/2026 gezielt in den Klassenstufen 11 und 12 einge- Schülerinnen und Schüler unterschiedlich an die neue muss. „Deshalb sehen wir SOL nicht als fertiges Konzept, führt. Gleichzeitig werden jüngere Jahrgänge schrittwei- se vorbereitet. Im Kompetenzunterricht beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler mit Themen wie Or- ganisation, Verlässlichkeit, Zeitmanagement, Selbst- Unterrichtsform herangeführt. Während jüngere Klas- sen noch längere Inputphasen benötigen, konnte in der Sekundarstufe II bereits auf ein selbstständigeres Lern- verhalten aufgebaut werden. Zu Beginn neuer Stoff- sondern als gemeinsamen Entwicklungsprozess, der in den kommenden Jahren weiter wachsen wird“, erläutert Torsten Gärtner.