Migration verstehen: Mit Erasmus+ in Brüsse
Was bedeutet Migration für Europa? Mit dieser Frage beschäftigten sich 15 Schülerinnen und Schüler des Campus Neu Zittau gemeinsam mit unserer Partnerschule BRG Hamerling aus Linz. Und wo könnte man das besser verstehen als im Herzen der EU, in Brüsse?!
Europa aus verschiedenen Perspektiven erleben
In Workshops, Ausstellungen und Exkursionen erlebten die Jugendlichen Europa als einen politischen Raum voller Geschichte, verschiedener Perspektiven und gemeinsamer Verantwortung. Besonders bewegend war das Gespräch mit einem jungen Mann aus Syrien, der aufgrund politischer Verfolgung fliehen musste und der nun für die Caritas in Brüssel arbeitet. Seine persönlichen Erlebnisse machten den Schülern deutlich, welche Herausforderungen, Risiken, aber auch Träume hinter jeder Migrationsgeschichte stecken.
Im Rahmen eines Kunstprojekts setzten sich die Jugendlichen persönlich mit dem Thema auseinander. Bei einem Perspektivwechsel stellten sie sich vor, ihre eigene Heimat verlassen zu müssen. Welche Dinge würden sie mitnehmen? Welche Hoffnungen und Ängste würden sie begleiten? Im Austausch mit der Gruppe reflektierten sie ihre Gedanken und hielten ihre Ergebnisse in einem Plakat fest.
Ein weiterer Höhepunkt der Erasmus+ Begegnung war das Rollenspiel im Europäischen Parlament. In die Rolle von Abgeordneten schlüpfend, bildeten die Jugendlichen eigene Fraktionen, schmiedeten Bündnisse, verhandelten unterschiedliche Positionen und suchten gemeinsam nach Kompromissen, um schließlich fiktive Gesetze zu beschließen. Dabei erfuhren sie unmittelbar, wie wichtig Dialog und Zusammenarbeit für politische Entscheidungen sind.
Die Geschichte Europas ist eine Geschichte der Migration
Auch die Ausflüge nach Antwerpen und Ostende erweiterten den Blick auf das Thema Migration. Im Red Star Line Museum etwa erfuhren die Jugendlichen mehr über die Geschichte und die Menschen, die einst von Antwerpen aus nach Amerika aufbrachen. Eine geführte Tour durch die Stadt machte die Geschichten dieser Auswanderer an historischen Orten sichtbar und zeigte, wie eng Migration mit der Geschichte Europas verbunden ist.
Die verschiedenen Stationen des Erasmus+ Projekts eröffneten den Schülerinnen und Schülern vielfältige Zugänge zum Thema Migration. Durch persönliche Begegnungen, politische Simulationen, historische Ausstellungen, kreative Aufgaben und gemeinsame Reflexionen konnten sie unterschiedliche Perspektiven kennenlernen und ihre eigenen Sichtweisen hinterfragen. So wurde Europa für die Jugendlichen nicht nur als politisches Gebilde, sondern als gemeinsamer Lebens- und Erfahrungsraum greifbar.