Öffentliche Verteidigungen in der Aula: Seminarkurs zwischen Praxis und Wissenschaft
Die Schülerinnen und Schüler der gymnasialen Klassen 12a und 12b am Docemus Campus Blumberg präsentierten in der Aula ihre Seminarkursarbeiten in öffentlichen Verteidigungen. In einer wertschätzenden und zugleich anspruchsvollen Atmosphäre wurde deutlich, wie eng praxisorientierte Projektarbeit und wissenschaftliches Arbeiten miteinander verbunden sind und wie nachhaltig Lernen sein kann, wenn es über einen längeren Zeitraum wachsen darf.
Die Verteidigung der Seminarkursarbeiten gehört zu den Höhepunkten der gymnasialen Oberstufe. Bereits in der Klassenstufe 11 entwickelten die Schülerinnen und Schüler erste Themen und Fragestellungen. Über viele Monate hinweg wurden diese weitergedacht, geplant, recherchiert, reflektiert und schließlich in der Jahrgangsstufe 12 ausgearbeitet und präsentiert.
Von der Idee zur Umsetzung
Ein Teil der Arbeiten widmete sich praxisorientierten Projekten mit konkreter gesellschaftlicher Wirkung. So entstanden unter anderem Projekte wie „Bäume für morgen“, bei dem nachhaltiges Engagement durch Aufforstungsaktionen im Mittelpunkt stand, oder „Teller statt Tonne“, das sich mit der Sensibilisierung für Lebensmittelverschwendung im schulischen Kontext beschäftigte. Diese Projekte erforderten Organisation, Koordination, Öffentlichkeitsarbeit sowie die kontinuierliche Reflexion des eigenen Handelns. Sie machten deutlich, wie Lernen Verantwortung übernimmt und über den Unterricht hinaus Wirkung entfalten kann.
Wissenschaftliches Arbeiten mit Tiefgang
Parallel dazu entstanden wissenschaftliche Facharbeiten mit klar formulierten Fragestellungen und fundierter Recherche. Exemplarisch setzten sich Schülerinnen und Schüler mit Themen wie „TikTok und Rechtsextremismus: Radikalisierung unserer Jungs im Netz“ oder der Frage auseinander, ab welchem Alter der Einsatz von Handys und Tablets im Unterricht im Hinblick auf den Erwerb von Medien und Sozialkompetenz sinnvoll ist. Im Mittelpunkt standen die Entwicklung einer präzisen Leitfrage, die systematische Auswertung wissenschaftlicher Quellen, sauberes Zitieren sowie eine strukturierte und nachvollziehbare Argumentation. Auf diese Weise wurde gezielt wissenschaftspropädeutisch gearbeitet und eine Grundlage für die Anforderungen eines Studiums gelegt.
Verteidigung der Facharbeiten
Den Abschluss bildete die öffentliche Verteidigung der Facharbeiten. Die Schülerinnen und Schüler präsentierten ihre Ergebnisse mediengestützt, erläuterten Aufbau und zentrale Erkenntnisse ihrer Arbeit und reflektierten ihren Arbeitsprozess. Im anschließenden Austausch stellten sie sich weiterführenden Fragen und konstruktiver Kritik. Das klar strukturierte Format mit zehn Minuten Präsentation und zehn Minuten Diskussion machte deutlich, wie intensiv und differenziert sich die Schülerinnen und Schüler mit ihren Themen auseinandergesetzt hatten.
Kompetenzen mit Zukunft
Die Seminarkursverteidigungen waren weit mehr als ein formaler Abschluss. Sie stärkten Kompetenzen wie strukturiertes und wissenschaftliches Arbeiten, kritisches Denken, reflektierte Medienkompetenz sowie ein sicheres Auftreten vor Publikum. Die Verbindung aus praktischer Umsetzung und wissenschaftlicher Fundierung zeigt, wie gymnasiale Oberstufenarbeit Theorie und Praxis sinnvoll miteinander verbindet.
Aufgrund der durchweg positiven Erfahrungen werden in diesem Jahr auch erstmals die Schülerinnen und Schüler der Klasse 12c der Fachoberschule ihre Seminarkursarbeiten öffentlich verteidigen. In den Schwerpunktfächern Pädagogik sowie Wirtschaftswissenschaften finden die Präsentationen Mitte Mai statt und setzen das erfolgreiche Format fort.