Verantwortung beginnt vor der eigenen Haustür: Projekt „Gemeindeheld werden“ verbindet Lernen mit gesellschaftlichem Engagement
Wie entsteht Gemeinschaft und welchen Beitrag kann jeder Einzelne leisten, damit gesellschaftliches Zusammenleben funktioniert? Mit genau diesen Fragen beschäftigten sich Schülerinnen und Schüler des Docemus Campus Blumberg während der diesjährigen Projektwoche im Rahmen des Projektes „Gemeindeheld werden“. Unter der Leitung von Lehrer Dr. Martin A. Völker rückte dabei bewusst der Blick auf jene Menschen in den Mittelpunkt, die das Leben innerhalb der Gemeinde Blumberg aktiv mitgestalten und Verantwortung für ihr Umfeld übernehmen.
An drei Projekttagen verließen die Schüler den klassischen Unterrichtsraum und begaben sich auf eine besondere Entdeckungsreise durch ihre unmittelbare Lebenswelt. Ziel des Projektes war es, gesellschaftliches Engagement dort erlebbar zu machen, wo Gemeinschaft täglich entsteht: direkt vor der eigenen Haustür.
Begegnungen mit Menschen, die Gemeinde gestalten
Den Auftakt bildete ein Besuch im historischen Gemüsegarten am Schloss Blumberg, wo die Gruppe erste Einblicke in lokale Geschichte und gemeinschaftliches Wirken erhielt. Von dort führte der Weg in die Kirche Blumberg, in der Frau Petra Pfeiffer den Schülern im Rahmen einer Orgelführung nicht nur die technische Funktionsweise des Instruments näherbrachte, sondern gleichzeitig einen Einblick in die kulturelle Bedeutung kirchlicher Räume als Orte der Begegnung und Gemeinschaft vermittelte.
Darüber hinaus kamen die Schüler mit Werken der Künstlerin Christa Jeitner in Berührung, deren ausgestellte Arbeiten vor Ort zum Austausch über Kunst, Ausdruck und gesellschaftliche Perspektiven einluden.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Begegnung mit der Pfarrerin und Autorin Anne Hellmich. In einem persönlichen Austausch sprach sie über ihren Weg vom ersten Gedanken bis zur Veröffentlichung eigener Bücher und gab Einblicke in kreative Prozesse, Literaturbetrieb und die Bedeutung von Geschichten, die Menschen miteinander verbinden. Eine anschließende Schreibwerkstatt ermöglichte es den Schülerinnen und Schülern, selbst kreativ zu werden und eigene Texte zu verfassen.
Gemeinschaft aktiv erleben und Verantwortung verstehen
Eine besondere Rolle während der Projekttage übernahm außerdem Frau Kohlert von der Kirchengemeinde Blumberg, die das Projekt nicht nur gastfreundlich begleitete, sondern durch die Nutzung des Pfarrstalls und die gemeinsame Versorgung der Gruppe einen wichtigen Beitrag zum gemeinschaftlichen Charakter der Projekttage leistete. Die gemeinsamen Mittagessen und Gespräche schufen bewusst Räume für Begegnung, Austausch und gelebtes Miteinander.
Am abschließenden Projekttag reflektierten die Schüler ihre gesammelten Eindrücke schließlich in kleinen Präsentationen und setzten sich dabei mit der zentralen Frage auseinander, wie gesellschaftliches Engagement in einer Gemeinde konkret entsteht und warum jede funktionierende Gemeinschaft Menschen braucht, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen.
„Uns war wichtig, den Schülerinnen und Schülern zu vermitteln, dass gesellschaftliches Engagement kein abstrakter Begriff ist. Gemeinde lebt von Menschen, die Verantwortung übernehmen, Ideen einbringen und ihr Umfeld aktiv mitgestalten. Genau diese Haltung wollten wir während der Projekttage erlebbar machen“, fasst Dr. Martin A. Völker das Projekt zusammen.
Gerade Projekte wie „Gemeindeheld werden“ zeigen eindrucksvoll, welchen Stellenwert praxisnahes Lernen und echte Begegnungen am Docemus Campus Blumberg einnehmen. Wenn Schule Räume schafft, in denen junge Menschen Gemeinschaft unmittelbar erleben und ihre eigene Rolle innerhalb gesellschaftlicher Strukturen bewusst reflektieren, entstehen Lernerfahrungen, die weit über den klassischen Unterricht hinausreichen.