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Neu Zittau | 17.05.2021

Bürgerkonferenz autonomes Fahren: Philipp Leube

Zur Zukunft des autonomen Fahrens

Englischlehrer Philipp Leube vom Campus Neu Zittau nahm im Rahmen eines Forschungsprojekts zum Thema „Automatisiertes und Vernetztes Fahren“, bei dem hochautomatisierte Elektro-Kleinbusse für den ÖPNV getestet werden, an einer Bürgerkonferenz teil. Abschließend erarbeiten die Teilnehmer ein Bürgergutachten, das dem Berliner Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz vorgelegt wurde.

 

Interview mit Philipp Leube

Was ist die Bürgerkonferenz zur Zukunft des autonomen Fahrens und was war Ihre Rolle dabei?

Technologie schreitet stetig voran und kann unsere Art des Lebens stark prägen oder komplett zu verändern. Insbesondere das autonome Fahren, bei dem es darum geht, dass Fahrzeuge – ob Auto, Tram oder Zug – nur computergesteuert und ohne menschliche Steuerung fahren, birgt großes Potential aber auch große Gefahr.

Man stelle sich nur mal vor: völlig unabhängige Autos, die man während der Arbeit oder Schule per Smartphone zum Supermarkt schicken kann, wo sie vollautomatisch beladen werden. Unterwegs sich entspannt zurücklehnen und die neuesten Filme auf Netflix schauen oder an der Konsole daddeln, während der Kaffee frisch aufgebrüht wird und die KI den Rest übernimmt.

Bei einem so komplexen Themenfeld mit endlosen Möglichkeiten interessiert es die Politik natürlich, wie sie in Zukunft mit dieser Technik umgehen soll. Das geht nicht ohne die Beteiligung des Wahlvolkes. Aus diesem Grund wurden 18 rein zufällig ausgewählte Menschen zu einer Bürgerkonferenz eingeladen, um unsere gemeinsame Meinung in ein Gutachten zu bringen. Dieses soll die Richtung für den Berliner Senat weisen, wie man mit dieser Technologie in Zukunft umgeht.

 

Wie lief die Konferenz ab?

Die Gruppe traf sich an insgesamt drei Wochenenden vom März bis Mai 2021 und befragte Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Verbänden und Politik. Auch war es möglich mit autonomen Shuttles selber zu fahren und die Technologie hautnah zu erleben. In vielen Diskussionen, Stellungnahmen und Abstimmungsrunden wurde eine gemeinsame Position erarbeitet und in einem Gutachten mit Empfehlungen niedergeschrieben.

 

Wie sehen Sie die Zukunft des autonomen Fahrens?

Ich bin da geteilter Meinung.

Rein von der Idee her bin ich begeistert. KI ist, wenn richtig eingesetzt, um einiges zuverlässiger als der Mensch und kann so dazu beitragen, dass es bedeutend weniger Verkehrstote gibt. Man könnte den ganzen Berliner Verkehr, in der Ergänzung zum öffentlichen Nahverkehr mit nur 40.000 Fahrzeugen bewältigen (stand jetzt: ca. 1,25 Millionen) was eine Verbesserung der Lebensqualität in der Stadt mit sich bringt. Dadurch hat man potenziell weniger schädliche Umweltgase und billiger ist es obendrein.

Doch, und es ist ein großes aber, bis es dazu kommt werden wohl noch mehr als 30 Jahre ins Land ziehen. Bis dahin gibt es nur Teilautomatisierung, sprich, ein Fahrer wird zur Kontrolle noch benötigt. Zusätzlich ist die Gefahr groß, dass es insgesamt noch mehr Autos gibt, da ja nun auch Kinder ein eigenes Fahrzeug besitzen könnten und vom Führerschein entbunden sind.

Für den Nutzen, wie es die BVG vorsieht, bin ich aber restlos überzeugt. Hier sollen autonome Shuttle verwendet werden um die sogenannte "letzte Meile" von der S-Bahn bis nach Hause auch in ländlichen Regionen zu gewähren. Hier können ältere Mitbürger sicher fahren, ihre Einkäufe erledigen und so auf das Auto nach und nach verzichten.

 

Wie sind Sie zu Docemus gekommen?

Ich habe eine illustre Studienkarriere hinter mir, bei dem ich mich untere anderen in Chemie, Latein und Japanologie ausprobiert habe. Erst die Anglistik aber konnte mich so richtig begeistern. Leider ist der Arbeitsmarkt für Geisteswissenschaftler als eher mau zu bezeichnen, weswegen ich es trotz bester Noten schwierig hatte, Fuß zu fassen. Ich hatte mir eine Deadline von zwei Jahren gesetzt, um eine Anstellung an einer Universität zu finden. Nachdem das nicht geklappt hat, war klar für mich, dass ich Lehrer werde.

Da kam mir die Stellenanzeige von Docemus gerade recht. Beim Bewerbungsgespräch war ich dann sofort begeistert von der generellen Atmosphäre am Campus Neu Zittau und der tollen Ausstattung. Die Schülerküche habe ich in meinen nun fast 3 Jahren sehr regelmäßig benutzt, was sowohl dem Kollegium als auch Schülerinnen und Schüler sehr gefällt.

 

Warum sind Sie Lehrer geworden? Was mögen Sie an dem Beruf?

Lehrer war immer mein Plan B. Zu meiner Schulzeit war ich oft derjenige, der kurz vor einem Test oder einer Klausur gefragt wurde, wie etwas funktioniert. Scheinbar konnte ich gut erklären und ich hatte auch ein bisschen Spaß daran.

Heutzutage schätze ich daran, dass mich der Job intellektuell fordert, dass ich meine Arbeitszeit, mal abgesehen von den festen Unterrichtszeiten, frei gestalten kann, und dass ich meine Liebe an der anglophonen Sprachwelt und Kultur an die nächste Generation weitergeben kann.

 

Was sollte ein Lehrer Ihrer Meinung nach unbedingt mitbringen?

Meine Top 3:

  1. Eine positive Grundeinstellung gegenüber Menschen, viel Geduld und Reflektionsvermögen.
  2. Resilienz: Der Job fordert einem viel ab.
  3. Flexibilität und der Wille zum Lernen – ich war noch nie im Leben so organisiert im Leben wie ich es jetzt bin, eben weil ich dazugelernt habe.

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